Modulgrenzen festlegen

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Fahrplanbauer sind unersättlich. Wenn man ihnen ein neues Streckenmodul gibt, dann wollen sie mit möglichst langen Zügen fortan vom neuen Streckenanfang starten. Bei der Festlegung der Hüllkurven, und damit der Modulgrenzen, sollte man also folgende Randbedingungen im Hinterkopf haben:

  • Wünschenswert ist es oftmals, einen Zug von bis zu 700 Meter Länge aufgleisen zu können...
  • ...und dies mit der streckenmäßig zulässigen Anfangsgeschwindigkeit zu tun.
  • Das folgende Hauptsignal kann allerdings auch mal auf Halt stehen.
  • Es muss also ein ausreichender Bremsweg vorhanden sein.

Daraus folgt, dass die ideale Modulgrenze ca. 1000 Meter vor einem Vorsignal liegt. Dann hat der Zug 700 Meter Platz zum Aufgleisen, und 300 Meter Zeit für den Tf, um sich nach dem Aufgleisen zu sortieren, die Stellung des Vorsignals zu erfassen und ggfs. eine Bremsung einzuleiten.

Es mag verführerisch scheinen, die Modulgrenze vor einem Bahnhof soweit rauszuschieben, dass man vom Ausfahrsignal noch bis zum ersten Selbstblock fahren kann. Dies ist dann problematisch, wenn das Modul vorläufig das "Ende der Welt" darstellt, und die Blockteilung in Regel- und Gegengleis unsymmetrisch ist. Dann muss in der Regel im Gegengleis ein provisorisches Hilfshauptsignal geschaffen werden (das bei einer Streckenerweiterung dann später zurückgebaut werden muss), damit der Buchfahrplaneintrag des Selbstblocks im Regelgleis nicht doppelt erscheint (siehe Ihringshausen, Göttingen Gbf).

Die Modulgrenze sollte am besten in einem geraden Stück Strecke liegen, um einen sauberen Schnitt zu erzeugen. Wenn das nicht geht, ist auch eine Grenze im Vollbogen (egal ob mit oder ohne Überhöhung) möglich. Nur in einer Klothoide sollte eine Modulgrenze nicht liegen, denn Teilungs- und Längenänderungsoperationen an Klothoiden sind mathematisch unsaubere Näherungslösungen, die die Qualität der Trassierung verschlechtern. Es ist sehr schwierig, innerhalb einer geteilten Klothoide ein Nachbarmodul sauber und ohne Ruck bei Überfahrt der Grenze anzuschließen.

Da Zusi fahrstraßenbasiert arbeitet und somit für Zugbewegungen ein Zielsignal benötigt, sind Streckenmodule problematisch, die nur aus Haltepunkten ohne Hauptsignale bestehen. Mindestens während der Bauphase wird man in solchen Modulen Behelfs-Hauptsignale aufstellen müssen, um Testfahrten machen zu können. Die beste Lösung ist allerdings, Haltepunkt-Module möglichst zu vermeiden.

Fall Gersthofen: Wenn die Strecke vom Aufgleispunkt an der Modulgrenze bis zum ersten Hauptsignal etwa um 600 Meter lang ist, und Züge an diesem Hauptsignal eine 1000-Hz-Beeinflussung erhalten, kann dies viele Zusi-Tf auf Glatteis führen. Zusi gleist PZB90-Züge mit aktiviertem PZB-Startprogramm auf. Im Bereich von (Zuglänge + 550 m) führt dann eine 1000-Hz-Beeinflussung zu einer sofortigen Wirksamkeit der noch im Hintergrund laufenden Überwachungskurve des Startprogramms. Wer dann je nach PZB-Zugart schneller als 85/70/55 km/h ist, wird von der PZB 90 gestoppt.

Landschaftsbautaktisch sollte eine Modulgrenze möglichst nicht in allzu schwierigem Gelände liegen, wobei Einschnitte besser sind als Dammlagen. Dies gilt besonders, wenn das Modul einstweilen das Ende der Zusi-Welt darstellt. Streckenmodule sind meist Kinder ihrer Zeit. Wenn Jahre später ein Nachbarmodul angebaut wird, ist die Datenqualität der Geländehöhenmodelle oft viel besser. Falls sich dadurch ein mehrmetriger Höhenfehler der Altmodul-Landschaft offenbaren sollte, ist er in Einschnitt-Lagen wesentlich leichter kaschierbar als anderswo.